Spaziergänger in Hessen sollen den Kontakt zu wildlebenden Hasen und Kaninchen sowie zu Nagetieren meiden, um sich vor der als „Hasenpest“ bekannten Tularämie schützen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Tierkrankheiten kann die Hasenpest auf Menschen übertragen werden (Zoonose). Deshalb ist es wichtig, dass Menschen keine Feldhasen anfassen, insbesondere dann, wenn sie ein Tier sehen, das vermeintlich hilfsbedürftig am Wegesrand liegt und keine Scheu zeigt.

Tularämie wird durch Stäbchenbakterien ausgelöst und betrifft in erster Linie Feldhasen. Aber auch Kaninchen und Nagetiere wie Mäuse, Ratten oder Eichhörnchen sind empfänglich. Maßnahmen gegen eine Ausbreitung der Krankheit in der Wildhasenpopulation gibt es nicht.

Die Krankheit beginnt beim Menschen meist mit grippeartigen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In den meisten Fällen kann eine Behandlung mit Antibiotika erfolgen.

In Hessen wurden seit 2023 insgesamt zehn Fälle von Tularämie registriert. In Deutschland gab es insgesamt rund 350 gemeldete Fälle. Die Erkrankung trat in verschiedenen hessischen Kreisen auf, darunter Gießen, Main-Kinzig, Limburg-Weilburg, Rheingau-Taunus und Werra-Meißner sowie in der Stadt Wiesbaden.