Auf der Bahnstrecke der RB12 zwischen Kelkheim und Liederbach haben die Feuerwehren beider Kommunen am Samstag gemeinsam mit dem Rettungsdienst und Einheiten des Katastrophenschutzes des Main-Taunus-Kreises eine umfangreiche Alarmübung durchgeführt. Rund 100 Einsatzkräfte trainierten dabei die Bewältigung eines schweren Zugunglücks unter realitätsnahen Bedingungen.
Das angenommene Szenario spielte sich im Bereich des Bahnübergangs Paul-Ehrlich-Straße ab. Ausgangslage war zunächst ein technischer Defekt, in dessen Folge ein Zug mit einem Pkw kollidierte. Wenige Minuten später kam es zu einem weiteren Zusammenstoß mit einem zweiten Zug aus Richtung Liederbach, nachdem dieser ein Signal überfahren hatte und eine technische Notbremsung ausblieb.
Für die ersten eintreffenden Einsatzkräfte stellte sich eine zunächst unübersichtliche Lage dar. Im Fokus standen die Erkundung der Einsatzstelle, die Rettung und medizinische Versorgung der Verletzten sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst. Insgesamt mussten zwölf verletzte Personen gesichtet, kategorisiert und versorgt werden.
Besonders herausfordernd war die Rettung eines eingeklemmten Pkw-Fahrers. Durch die Wucht des Aufpralls war das Fahrzeug massiv deformiert worden. Die Feuerwehr setzte hydraulisches Rettungsgerät ein, um die Person aus dem Fahrzeug zu befreien.
Parallel dazu erfolgte die Rettung weiterer Betroffener aus den Zugabteilen. Um die technischen Möglichkeiten der eingesetzten Gerätschaften realitätsnah zu trainieren, stellte die Firma Metallbau Erdel spezielle Metallgestelle zur Verfügung, die beschädigte Zugtüren simulierten und mit verschiedenen Rettungsgeräten geöffnet werden mussten.
Nach Angaben des Main-Taunus-Kreises dienen solche Übungen insbesondere dazu, die Zusammenarbeit zwischen kommunalen Feuerwehren, Rettungsdienst und Katastrophenschutzeinheiten weiter zu stärken. Gerade bei größeren Schadenslagen komme es auf abgestimmte Abläufe, klare Kommunikationswege und funktionierende Einsatzkonzepte an.
Kreisbeigeordneter Axel Fink betonte die Bedeutung solcher Übungen für die Sicherheit der Bevölkerung im Main-Taunus-Kreis. Gleichzeitig hob er das große ehrenamtliche Engagement der Einsatzkräfte hervor, ohne das solche Übungen und Einsätze nicht möglich wären.
















