Bei einem Unfall in einem Kernkraftwerk oder beim Transport von radioaktiven Stoffen, einem terroristischen Anschlag, dem Absturz von Satelliten mit nuklearem oder radiologisch relevantem Material oder der Explosion einer Nuklearwaffe kann es zur Freisetzung radioaktiver Stoffe – darunter auch radioaktivem Jod – kommen. Wird radioaktives Jod eingeatmet oder gelangt über Nahrung bzw. Getränke in den Körper, kann es sich in der Schilddrüse anreichern und die Entwicklung von Schilddrüsenkrebs befördern.
In allen 16 Bundesländern werden Kaliumiodidtabletten (Jodtabletten) über die Katastrophenschutzbehörden bevorratet. Sollte ein entsprechender Notfall eintreten – also ein Ereignis, bei dem ein Eintrag von radioaktivem Jod in die Luft zu erwarten ist – werden sie in den möglicherweise betroffenen Gebieten verteilt.
Das bedeutet nicht immer, dass die Jodtabletten sofort eingenommen werden müssen:
- Der richtige Zeitpunkt für die Einnahme ist entscheidend, denn eine zu frühe oder zu späte Einnahme sorgt dafür, dass die gewünschte Schutzwirkung nicht erzielt wird.
- Zur Einnahme werden die entsprechenden Personengruppen durch die Katastrophenschutzbehörden explizit aufgefordert.
- Von einer selbständigen Einnahme von Jodtabletten ist unbedingt abzusehen!