Ref. 05 - Überörtliche Einheiten
Sehr geehrte Damen und Herren, Kameradinnen und Kameraden,
zu Beginn meines Jahresberichtes möchte ich zuerst wieder einen besonderen Dank an alle Mitglieder der überörtlichen Einheiten des Main-Taunus-Kreises für die im letzten Jahr geleistete ehrenamtliche Arbeit aussprechen.
Des Weiteren danke ich auch den beteiligten Feuerwehren, Städten und Gemeinden sowie dem Main-Taunus-Kreis für die organisatorischen und finanziellen Unterstützungen.
Im Jahr 2003 hat es wieder einige interessante Veränderungen bzw. Neuerungen im Bereich der überörtlichen Einheiten gegeben.
So konnte der organisatorische und taktische Aufbau der Tierrettungsgruppe abgeschlossen werden, so dass diese überörtliche Einheit seit dem 4. Quartal 2003 einsatzbereit ist und bei Bedarf durch die Feuerwehren oder andere Fachbehörden (z.B. Veterinäramt) angefordert werden kann.
Weiterhin wurde nach Auslieferung der erforderlichen Gerätschaften und mit Inbetriebnahme eines weiteren WLF des MTK der Aufbau der Dekontaminationsgruppe G (Gerät) intensiviert. Für das Jahr 2004 sind die Herstellung der Einsatzbereitschaft und die Integration auch dieser Teileinheit in den GABC-Zug vorgesehen.
Für den Wasserrettungszug des MTK erfolgte 2003 eine umfangreiche Novellierung der Alarm- und Ausrückeordnung.
Die Ausstattung der Technischen Einsatzleitung des MTK konnte 2003 durch weitere Ergänzungsbeschaffungen ausgebaut werden, so dass zukünftig auch die IuK-Komponente gemäß der Hessischen Katastrophenschutzplanung durch die TEL Main-Taunus abgedeckt werden kann.
Nach diesem kurzen Überblick über die interessantesten Veränderung möchte ich im Folgenden noch weitere spezielle Informationen über unsere überörtlichen Einheiten geben:
Tierrettungsgruppe:
Die Tierrettungsgruppe wird von im Umgang mit größeren Tieren erfahrenen Einsatzkräften der Feuerwehren Kelkheim-Münster und Liederbach besetzt. Neben dem Tierarzt des Arzttrupps stehen als weitere fachkundige Einsätzkräfte u.a. drei Metzger zur Verfügung.
Die Trupps der Tierrettungsgruppe rücken getrennt zur Einsatzstelle aus. Je nach Lage und Einsatzort stößt der zuständige Tierarzt an der Einsatzstelle zur TRG dazu oder wird vom Arzttrupp zur Einsatzstelle gebracht.
Die Tierrettungsgruppe führt die erforderliche Zusatzausrüstung für eine tiermedizinische Erstversorgung, das Einfangen bzw. Evakuieren gefährdeter Tiere und Nottötungen mit.
Aufgaben
Die Tierrettungsgruppe berät und unterstützt die örtlichen Einsatzkräfte bei Unfällen mit größeren Tieren. Sie wird stets zusammen mit den örtlichen Einsatzkräften tätig.
Die Aufgaben im Einzelnen:
- ·Beratung und Unterstützung der örtlichen Einsatzleitung
- Beurteilung der Lage bei Tierunfällen
- Tiermedizinische Erstversorgung
- Rettung und Evakuierung von Tieren bei Unfällen oder Bränden
- Einfangen entlaufener Tiere
- Organisation von Tiertransporten und Notunterbringung
- Unterstützungen des veterinärmedizinischen Dienstes bei Seuchen
- Tiernottötungen
Alarmierung
Die Tierrettungsgruppe wird nach Anforderung durch die zentrale Leitstelle bzw. örtliche Einsatzleitung tätig. Sie wird über eine separate Schleife von der Leitstelle alarmiert.
Nach Maßgabe der örtlichen Einsatzleitung bzw. der Leitstelle kann die Tierrettungsgruppe beispielsweise bei folgenden Stichworten zum Einsatz kommen:
- VU mit Tieren / Tiertransportern
- Brand in landwirtschaftlichem Anwesen, Tiere in Gefahr
- Entlaufene Tiere
GABC-Zug (GABC-Verband)
Der derzeitige Aufbau und die Zusammensetzung des GABC-Zuges des MTK kann aus der nachfolgenden STAN-Darstellung entnommen werden. Dabei ist die Komponente Dekon G noch nicht berücksichtigt, da diese Teileinheit sich noch im Aufbau befindet.
Für 2004 ist jedoch eine Überarbeitung und Anpassung des Aufbaus, der Zusammensetzung, der Organisation, der Ausbildung und der Führungsstruktur des GABC-Zuges vorgesehen. Parallel dazu soll eine angepasste Alarm- und Ausrückeordnung erstellt werden. Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe aus den beteiligten Einheiten, dem Brandschutzamt und dem Referat 05 gebildet. Bei den vorgesehenen Neuordnungen des Zuges sollen u.a. auch die neue FwDV 500 sowie die GABC-Konzeptionen des Landes Hessen berücksichtigt werden.
Technische Einsatzleitung
Für die TEL des MTK wurde 2003 ein neuer Abrollbehälter Einsatzleitung (AB EL) in Betrieb genommen. Der AB EL ersetzt den zuvor genutzten AB SE und soll als Besprechungskomponente für die Durchführung von Lagebesprechungen, Fachbehördengesprächen und Pressekonferenzen genutzt werden. Damit soll der Führungsraum des ELW 2 von Fremdpersonen entlastet werden, so dass die eigentliche Führungseinheit ungestört ihre Aufgaben wahrnehmen kann.
Der neue Abrollbehälter EL wurde nach Inbetriebnahme des WLF Flörsheim an den Standort Flörsheim verlagert und bildet zusammen mit dem WLF Flörsheim eine Einheit.
Der AB SE wurde in Folge an den Standort Hofheim verlagert und steht dort für andere überörtliche Zwecke zur Verfügung.
Weiterhin erfolgte die Beschaffung eines geländegängigen Melde-Krades (Yamaha XT 600 E) als Erkundungs- und Lotsenfahrzeug mit der dazugehörigen Funk- und Schutzausrüstung. Das Krad wurde ebenfalls an die Feuerwehr Flörsheim übergeben und wurde in Wicker stationiert.
Das ehemalige Dienstfahrzeug des Kreisbrandinspektors wurde fernmeldetechnisch aus- und umgebaut und bildet zukünftig die Basisausstattung der in die TEL integrierten Informations- und Kommunikationsgruppe (IuKGr).
Das Fahrzeug ist bei der Feuerwehr Hochheim stationiert und u.a. dafür konzipiert, eine autarke Relaisstelle im 4-m Bereich zu betreiben.
Wasserrettungszug
Nachfolgend will ich die neue Alarm- und Ausrückeordnung des Wasserrettungszuges MTK vorstellen.
Die AAO unterscheidet grundsätzlich zwischen Einsätzen auf Binnengewässern wie Teiche oder Seen und Einsätzen auf der Bundeswasserstraße Main.
Organisation und Einsatz der Wasserrettung im Main-Taunus-Kreis (AAO Wasserrettung)
1. Alarmierungs- und Ausrückordnung Wasserrettungszug für Einsätze auf sonstigen Gewässern (Binnengewässer), außer Main
Einsatzstichwort: hpwass 1
Für den Einsatz des WRZ Main-Taunus-Kreis auf den im Kreisgebiet gelegenen Gewässern (außer Main) oder offenes Wasser führenden Bauwerken (Schwimmbäder, Kläranlagen etc.) gelten folgende Festlegungen:
- Zusammensetzung:
Der WRZ setzt sich wie folgt zusammen:
- Landgebundene Einsatzkräfte der örtlich zuständigen Feuerwehr
- Rettungstauchergruppe (RTGr) FF Hofheim, RTGr FF Flörsheim
- Leitung:
Die Leitung des Einsatzes und damit auch die Führung des WRZ obliegt gem. HBKG dem Einsatzleiter der örtlich zuständigen Feuerwehr bzw. einem vom Einsatzleiter gem. HBKG benannten Abschnittsleiter.
Die Führung der beiden RTGr übernimmt der Einheitsführer der zuerst eintreffenden RTGr (Taucheinsatzführer gem. FwDV 8). Der (Unter-) Abschnitt Land wird von einem benannten (örtlichen) Abschnittsleiter geführt.
2. Alarmierungs- und Ausrückordnung Wasserrettungszug (WRZ) für Einsätze auf dem Main
Einsatzstichwort: hpwass 2
Für den Einsatz des WRZ Main-Taunus-Kreis auf dem Main gelten folgende Festlegungen:
- Zusammensetzung:
Der WRZ setzt sich wie folgt zusammen:
- Landgebundene Einsatzkräfte der örtlich zuständigen Feuerwehr
- Die Boote folgender Einheiten: FF Hofheim, FF Flörsheim, FF Hattersheim-Eddersheim, FF Hochheim/Main, THW Hofheim
- Rettungstauchergruppe (RTGr) FF Hofheim, RTGr FF Flörsheim
- Leitung:
Die Leitung des Einsatzes und damit auch die Führung des WRZ obliegt gem. HBKG dem Einsatzleiter der örtlich zuständigen Feuerwehr bzw. einem vom Einsatzleiter gem. HBKG benannten Abschnittsleiter.
Die Führung der beiden RTGr übernimmt der Einheitsführer der zuerst eintreffenden RTGr (Taucheinsatzführer gem. FwDV 8). Die (Unter-) Abschnitte werden von einem benannten (örtlichen) Abschnittsleiter geführt.
- Taktik / Einsatzstichworte
Bei einem Einsatz des WRZ fahren die Einheiten folgende Einsatzstellen / Bereitstellungsräume an und gehen wie folgt vor:
- Örtlich zuständige Feuerwehr:
Anfahren der gemeldeten Einsatzstelle am Mainufer, Erkunden und Einleiten erster Maßnahmen
- Boote der Mainanlieger (jeweils mit RW) :
Anfahren der jeweiligen Heimatslipstelle:
a) MZB Eddersheim: Okriftel, ehem. Fähranleger b) RTB Flörsheim: Flörsheim, am Bootshaus, Konrad-Adenauer-Ufer c) MZB Hochheim: Hochheim, NATO-Rampe d) FLB Flörsheim: Liegeplatz Ölhafen Shell
Slippen der Boote entlang des Mains. Ausleuchten der Slipstelle. Die Boote fahren auf dem Wasserweg nach Anforderung durch den Einsatzleiter an. Hierdurch wird fast der gesamte Mainabschnitt durch Boote versorgt (Auch evtl. entgegen der Strömung). Wartezeiten durch hintereinander-slippen werden vermieden.
- Boote aus Hofheim:
Boot der FF Hofheim kommt zur Slipstelle der örtlich zuständigen Fw. (Dadurch an der gemeldeten Einsatzstelle 2 Boote für den Tauchereinsatz.) Das Boot des THW Hofheim fährt den Bereitstellungsraum an.
- Rettungstaucher:
Die beiden RTGr (inkl. aller Zubringerfahrzeuge, Funkverkehr vermeiden !) fahren in der Regel den Bereitstellungsplatz an, bis festgestellt ist, wo sich die Einsatzstelle befindet. Bei Einsätzen in Flörsheim fährt die RTGr Flörsheim die gemeldete Einsatzstelle wie unter 1. genannt an.
- Bereitstellungsplätze:
Für Einsätze entlang der genannten Ortsbereiche sind folgende Bereitstellungsplätze ausgewiesen:
- Hattersheim-Okriftel:
Vorplatz Feuerwehrhaus Okriftel
- Hattersheim-Eddersheim
Parkplatz Ankerstrasse, gegenüber Gaststätte „Fischerstübchen“
- Flörsheim
Konrad-Adenauer-Ufer, Bootshaus
- Hochheim/Main
Parkplatz Segelclub / Mainweg
Für Einsätze des WRZ (Personenrettung) werden bei der Alarmierung das Entsprechende Einsatzstichwort und die betroffene Ortslage genannt, damit die Einheiten ohne Nachfragen ihre zugeteilten Plätze anfahren können.
Höhenrettungsgruppe
In der Höhenrettungsgruppe des MTK konnte im Jahr 2003 die Anzahl der ausgebildeten Höhenretter auf 12 erhöht werden.
Von diesen 12 Kameraden haben 3 Kameraden die Befähigung als Ausbilder.
Erfreulicherweise konnten 2003 Höhenretter aus den Städten Hattersheim und Eschborn in die überörtliche Einheit des MTK aufgenommen und integriert werden.
Ausbildungsschwerpunkte der Höhenrettungsgruppe 2003 waren insbesondere die Vorbereitungen der Mitglieder auf die zu absolvierenden Ausbildungslehrgänge und die Unterrichtung von Feuerwehren des Kreises (und auch darüber hinaus) in den Belangen des sicheren Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen.
2003 konnten ebenfalls die organisatorischen und inhaltlichen Planungen für einen kreisinternen Ausbildungslehrgang „Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen“ abgeschlossen werden, so dass ein Pilotlehrgang jetzt erstmalig im Juli 2004 durchgeführt werden kann.
Einsatzmäßig wurde die Höhenrettungsgruppe im vergangenen Jahr zu vier Einsätzen alarmiert. So wurde sie Anfang des Jahres zur Unterstützung der Brandbekämpfung bei einem Dachstuhlbrand in Bad Soden und Ende des Jahres zu einem Wohnhauseinsturz nach Explosion in Wiesbaden angefordert. Diese beiden Einsätze erfolgt in Verbindung mit dem überregionalen Höhenrettungsverbund.
Zwei weitere Einsätze erfolgten zur Tierrettung in Hofheim und Eppstein.
Hochheim am Main, den 10.03.2004 Mit kameradschaftlichen Grüßen
Andreas Koppe Kreisbrandmeister
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