Ref. 05 - Überörtliche Einheiten
Siehe: Überörtliche Einheiten
Referat 05 -Überörtliche Einheiten
Sehr geehrte Kameradinnen und Kameraden, sehr geehrte Damen und Herren,
auch in diesem Jahr geht zuerst einmal ein Großes Dankeschön an alle Mitglieder der überörtlichen Einheiten des Main-Taunus-Kreises für die im letzten Jahr geleistete ehrenamtliche Arbeit.
Bedanken möchte ich mich zudem bei allen beteiligten Feuerwehren, Städten und Gemeinden sowie dem Main-Taunus-Kreis für die organisatorische und finanzielle Unterstützung.
Auch die Überörtlichen Einheiten hat die Problematik der Personalknappheit im Vollen Umfang erreicht. Von Jahr zu Jahr müssen wir uns immer mehr damit auseinandersetzen, dass viele Kameradinnen und Kameraden kaum mehr in der Lage sind Zeit zu finden, um zusätzlich zu Ihren normalen Feuerwehraufgaben auch noch im Bereich der überörtlichen Einheiten tätig zu werden. Dieser Trend ist bedauerlich, jedoch realistisch gesehen kaum zu verändern. Mit der Auflösung der Feuerwehr-Tauchergruppen in Hofheim und Flörsheim mussten wir uns im letzten Jahr schweren Herzens von diesen Einheiten verabschieden. Es bleibt zu hoffen, dass durch die Neugründung einer Katastrophenschutz-Regieeinheit und die damit verbundene Integration der anderen Hilfsorganisationen in diese Sonderaufgabe, mittelfristig wieder eine schlagkräftige Rettungstauchereinheit im Main-Taunus-Kreis zur Verfügung stehen wird. Ich wünsche den Verantwortlichen dafür viel Erfolg für die Zukunft.
Aufgrund der zuvor genannten Problematiken war das Jahr 2009 deshalb auch im Bereich der überörtlichen Einheiten der Feuerwehren überwiegend durch Umstrukturierungsmaßnahmen, insbesondere im Bereich des GABC-Zuges, geprägt.
Hier wurde 2009 durch die organisatorische Zusammenlegung der A-Gruppe mit der B/C-Gruppe eine Straffung der Struktur durchgeführt, um mit geringeren Personalressourchen trotzdem den Einsatzaufrag sicherstellen zu können
Zu den überörtlichen Einheiten im Einzelnen möchte ich nachfolgend einige Informationen geben:
Zurzeit existieren im Main-Taunus-Kreis folgende überörtliche Einheiten:
- Gefahrstoffzug GABC-Zug MTK
- Technische Einsatzleitung TEL MTK
- Höhenrettungsgruppe MTK
- Tierrettungsgruppe MTK.
Im Bereich des GABC-Zuges wurde 2009 ein Führungswechsel vollzogen. Im November des Jahres 2009 legte Peter Forthuber das Amt des Zugführers des GABC-Zuges nieder. Es war ihm, aus beruflichen und privaten Gründen, leider nicht mehr möglich die Führung des Zuges auszuüben. Ich darf mich bei ihm, auch im Namen des Main-Taunus-Kreises, ganz herzlich für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit in den letzten Jahren bedanken und wünsche ihm für seine Zukunft alles Gute.
Als neuen Zugführer für den GABC-Zug konnten wir den langjährigen Stellvertreter Kai Beuthien von der Feuerwehr Bad Soden in das Amt einführen. Ich bin mir sicher, dass durch diese Personalentscheidung die Kontinuität in der Führung, Ausbildung und Organisation des GABC-Zuges auch für die Zukunft weiter gesichert ist. Ich hoffe auf eine ebenso gute Zusammenarbeit und wünsche dem neuen Zugführer viel Erfolg in seiner neuen Aufgabe.
Organisatorisch wurde im Berichtsjahr 2009 die bereits seit langem absehbare Fusion der Teileinheiten A und B/C zu der Gefahrstoffgruppe ABC vollzogen.
Beheimatet ist diese Einheit in Bad Soden am Taunus, das Personal wird derzeit von der Feuerwehr der Stadt Bad Soden am Taunus und von Kameraden der Feuerwehr Flörsheim am Main gestellt.
Die Fusion lief in Stufen ab, so wurde im ersten Schritt eine Zusammenführung der Kräfte durchgeführt. In einem zweiten Schritt wurde das Material der ehemaligen A-Komponente von Hofheim nach Bad Soden überführt, wo es nun für den Einsatz- und Ausbildungsdienst zur Verfügung steht.
Analog dem letzten Jahr beschränkte sich die Einsatztätigkeit des GABC-Zuges auf Alarmierungen des GW-Mess / StrSpTr der Feuerwehr Schwalbach. Das Fahrzeug wurde mehrfach als Mess-Komponente zu Einsätzen im gesamten Kreisgebiet alarmiert und konnte dabei, die örtliche Einsatzleitung, mit Fachwissen und Messgeräten unterstützen.
Leider haben wir auch hier das Problem, dass die langjährige Stationierungsfeuerwehr Schwalbach personell nicht mehr in der Lage ist, die Einsatzfähigkeit des Messfahrzeuges sicherzustellen. Aus diesem Grund versuchen die Verantwortlichen zurzeit eine neue Stationierungsfeuerwehr zu finden, die personell in der Lage ist die Einsatzfähigkeit zu gewährleisten.
Die Dekon - Teileinheiten konnten auch im Jahr 2009 wieder bei diversen Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet ihre Fähigkeiten den fachkundigen Besuchern unter Beweis stellen. Diese Teileinheiten gelten Bundesweit als Referenzobjekte.
Für das Jahr 2010 ist eine Überarbeitung des Konzeptes des GABC-Zuges vorgesehen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass das Produkt GABC-Zug, wie es derzeit den Städten und Gemeinden angeboten wird, von den örtlichen Feuerwehren leider nicht genutzt wird.
Aus den Gesprächen mit diversen Führungskräften gingen folgende Hauptgründe hervor, die in der Vergangenheit gegen eine Alarmierung des GABC-Zuges sprachen:
- die Größe des GABC-Zuges
- unübersichtliche Strukturen der Einheiten sowie deren Konstellationen
- die teils sehr umfangreichen Erstausstattungen der Wehren gem. FwDV 500
Die Auswertung dieser Informationen wird die Grundlage für die Neukonzipierung des GABC-Zuges sein.
Für die TEL des Main-Taunus-Kreises war das Jahr 2009 geprägt durch sehr viel Ausbildung und Übungen, aber auch durch reges Einsatzgeschehen. Die Einheit besteht zurzeit aus 30 Mitgliedern der Feuerwehren der Städte Hochheim und Flörsheim, des THW Hofheim und des Deutschen Roten Kreuzes. Insgesamt wurden 12 Übungsabende durchgeführt. Mitglieder der Einheit waren an der Vorbereitung und Durchführung der Großübung bei der Fa. Shell in Flörsheim beteiligt. Eine Übung wurde zusammen mit den Feuerwehren der Stadt Hattersheim durchgeführt und eine Übung der LNA / OLRD Gruppe unterstützt.
Zu Einsätzen wurde die TEL im Jahr 2009 fünfmal alarmiert, wobei insbesondere der Einsatz bei der Gasexplosion mit Gebäudeeinsturz in Hattersheim zu erwähnen ist.
Auch für die Höhenrettungsgruppe des Main Taunus Kreises war das Jahr 2009 wieder sehr arbeits- und personalintensiv. Neben dem täglichen Dienst in den Einsatzabteilungen wurden zusätzlich ca. 650 Übungs- und Ausbildungsstunden abgeleistet. Ein Grossteil der Zeit floss in die vorgeschriebenen Fortbildungen, die restliche Zeit ergab sich aus der Prüfung und Wartung des Materials sowie den abgehaltenen Unterrichten zum Thema „Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen“ in anderen Wehren sowie bei einem Absturzsicherungslehrgang der Kreisausbildung des Main-Taunus-Kreises. Es fanden mehrere Übungen mit einer Dauer von 4-8 Stunden an Objekten im gesamten Kreisgebiet und darüber hinaus statt. Hierzu zählen unter anderem diverse Rettungsübungen am Industriegelände des HKW-West (Ffm), Rettungsübungen an Baukränen, Übungen im Bereich Absturzsicherung und Selbstrettung, Personenrettung aus Schächten und engen Räumen, usw.
Ein Mitglied der Einheit konnte an der Brandschutz und Katastrophenschutzschule in Heyrothsberge bei Magdeburg den „Ausbilderlehrgang - Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen“, mit Erfolg absolvieren.
Der momentane Personalpool der Höhenrettung MTK besteht aus zwanzig Höhenrettern, die sich aus den Feuerwehren der Städte Hattersheim, Eschborn und der Gemeinde Sulzbach zusammensetzen.
Im Jahr 2009 verzeichnete die Höhenrettungsgruppe des MTK einen Einsatz im Kreisgebiet.
Erwähnenswert ist noch, dass die Höhenrettungsgruppe insgesamt über vier Rettungsassistenten, sechs Rettungssanitäter und drei Fw.-Sanitäter verfügt. Somit kann im Bedarfsfall auch eine rettungsdienstliche Grundversorgung an exponierten Stellen erfolgen.
Die Tierrettungsgruppe hatte im Jahr 2009 wieder einmal zahlreiche Einsätze zu bewältigen. Dies geschah zum größten Teil in Zusammenarbeit mit den örtlich zuständigen Feuerwehren. Insgesamt kam es so zu 22 Alarmierungen mit einem Gesamtaufwand von 149 Stunden. Einsatzstichworte waren u.a. Schlange im Garten, Wespennest, Eichenprozessionsspinner und verletzter Greifvogel. Darüber hinaus wurden 9 Übungsveranstaltungen mit 174 Ausbildungsstunden absolviert.
Die Mannschaftsstärke der Tierrettungsgruppe betrug zum Ende des Jahres 2009 vierzehn Einsatzkräfte.
Hochheim am Main, den 19.02.2010
Mit kameradschaftlichen Grüßen
Andreas Koppe
(Kreisbrandmeister)